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Benefizkonzerte: Erfüllt von Friedenssehnsucht

Aufwühlendes Benefizkonzert über die Kriegszeit in der Nikolauskapelle

trutznachtigall

EINFÜHLSAME KLÄNGE: Hans-Wolfgang Brassel, Cembalo, und Carola Maute, Sopran, präsentierten Werke aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Foto: Christeleit

Rheinau-Hausgereut (kec). Mit Musik, Liedern und Literatur aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges unterstützten in der Nikolauskapelle in Hausgereut der Cembalist Hans-Wolfgang Brassel und die Kehler Bezirkskantorin Carola Maute mit einem Benefizkonzert den Förderverein Wassertropfen Kork, der sich für den Erhalt des Therapiebades der Diakonie Kork einsetzt.

Freimütig ließ sich das Publikum mit den barocken Klängen und Sprache in die wüste und unmenschliche Zeit des Streites der Kirchen, der Epidemien und des Hexenwahns versetzen. „Sowohl in der Dichtung als auch in der Musik und Kunst drückte sich das Gefühl des Schreckens in einer spannungsvollen Polarität aus“, erklärte Brassel die Zusammenstellung des Programms: „Während die einen die Vergänglichkeit, die Todesnähe und den Weltschmerz darstellten, flüchteten die anderen in eine Welt der überschüssigen Fröhlichkeit und lobpreisten die Sinnesfreuden und den Lebensgenuss.“

Gesanglich stellte dies Maute mit ihrer glockenreinen Sopranstimme dar. Mit geschmeidiger Leichtigkeit zunächst die acht vorangestellten eingängigen Lieder aus der Trutz-Nachtigall, einer Sammlung geistlicher Lieder in deutscher Sprache von Friedrich Spee, einem Theologen des Jesuitenordens, Lyriker und Kritiker der Hexenverfolgung.

Schwester Ilse, Oberin der Korker Schwesternschaft, stellte Gedichte von Andreas Gryphius vor. Im Sonett „Tränen des Vaterlandes“ von 1636 beschreibt dieser eindringlich die Schrecken des Krieges. Geprägt von den Leiden seiner Zeit war er erfüllt von einer tiefen Friedenssehnsucht und thematisierte in seinen Gedichten das Leid und den moralischen Verfall während der Zeit des Krieges und die damit einhergehende Unruhe, Einsamkeit und Zerrissenheit der Menschen. Es folgten ebenso nachdenkliche Texte von Komponisten wie Johann Nauwach, Johann Rudolf Ahle und Adam Krieger, wundervoll und empfindsam intoniert von Mautes ausdrucksvoller Stimme und sicher getragen von Brassels Begleitung am Cembalo, der aber auch mit der Suite C-Dur für Cembalo von Johann Jakob Froberger, der ausschließlich Instrumentalstücke komponierte und nachhaltig auf Komponisten wie Buxtehude, Muffat und Bach wirkte, brillierte.

Mit einem gemeinsamen Lied vom Kirchenmusiker Tobias Clausnitzer aus dem Jahr 1663 bereicherte das beeindruckte Publikum selbst das Programm, während die Interpreten des Abends mit der Zugabe „Gib dich zufrieden“ auf den eigentlichen Zweck der Veranstaltung verwiesen, will doch Brassel den Abend als Mehrwert für das Hilfsprojekt Wassertropfen verstanden wissen. (ABB 08.09.2012)

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